Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

Vater Siegfrieds von Luxemburg anzusehen, wie seit den Forschungen H. Renns 
über das erste Luxemburger Grafenhaus feststehen dürfte. Die rechte Zusammen¬ 
fügung der einzelnen Gruppen ist somit wohl auch hier nicht erreicht. 
Freilich nicht gewollt, aber indirekt hat S. CORSTEN 1963 das Problem der Her¬ 
kunft des Hauses Habsburg-Lothringen angesprochen, als er meinte, die Abstam¬ 
mung des Pfalzgrafen Gottfried von Erzbischof Hermann von Köln feststellen zu 
können (s. oben S. 69 Anm. 77). 
Hrotgar, Vasall Lothars I. 
847 
Udo 
Rutgar 
Propst, 853 
Otbert, Vasall Lothars II. 
(TD Hildegard 
Gebhard Konrad d. Ä. 3 weitere Gerberga Q£) Hermann Ratbert Hartmann 
Hzg., 
+ 910 
+ 906 
Kinder 
Erzb. v. 
Köln, 888—924 
Konrad I. Eberhard Hermann Gottfried Wigfried Erenfried 
König Hzg. v. Gf. i. Avelgau, Pfalzgraf Erzb. v. Gf. i. 
911—918 Franken 922—948 
Köln, 924—53 Zülpichgau 
Gottfried Gerberga 3 andere Söhne Hermann I. 
Hzg. v. GD Megingoz davon einer atavus Pusillus 
Niederlothr. Heinridis III. Pfalzgraf 
+ 964 
Was fällt in Corstens Argumentation, die die betrachteten Grundblöcke außer acht 
läßt, auf? Daß Pfalzgraf Gottfried und Erzbischof Wigfried den Grafen Erenfried 
(vom Zülpichgau) zum Bruder gehabt haben sollen, wird lediglich aus der „Sitte 
der Namensvariation“ (gleiches Namenssuffix bzw. gleiche Stammsilbe und ande¬ 
res Suffix) geschlossen. Zur Bekräftigung dessen dient das Faktum, daß Erenfrieds 
Sohn, Hermann I. Pusillus, nach 970 jenes Pfalzgrafenamt erlangte, das Gottfried 
zur Zeit Heinrichs I. innehatte. Der Name des genannten Erenfriedsohnes, Her¬ 
mann, gibt dann den Anlaß, den Grafen Hermann vom Avelgau als Erenfrieds, 
Wigfrieds und Gottfrieds Bruder zu betrachten wie auch den Erzbischof Hermann 
der Verbindung Heinrichs, des Bruders Ottos d. Gr., mit Judith, der Tochter Her¬ 
zog Arnulfs von Bayern, seinen Grund haben, so beschreitet er einen Irrweg. Man 
müßte, beachtet man in etwa die Lebenszeiten, Wigfried von Verdun schon als 
einen Sohn Heinrichs von Bayern ansehen. Dafür, daß der Königsbruder Heinrich 
einen Sohn Wigfried und mindestens noch zwei bislang unbekannte Töchter hatte, 
gibt es aber nicht den geringsten Hinweis in all unseren Quellen. Will Müller 
aber Wigfried als den Sohn einer Schwester der mit Heinrich vermählten Judith 
ansehen, so wäre Liuthard, Wigfrieds Neffe, wiederum kein consanguineus Ottos III. 
gewesen! 
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