Full text: Die Anfänge des Hauses Habsburg-Lothringen

hard von Bayern identifizieren175. Auch läßt sich das Auftauchen des Namens 
Wigfried in einer solchen Anordnung nur schwer erklären. Die vier hier über¬ 
gangenen Brüder in der Generation vor Liuthard von Longwy176 müßten — will 
man sie als Geschwister oder als Gemahl und Schwäger der hier angenommenen 
und mit X bezeichneten Tochter Adalberts von Metz und Liutgards einsetzen — 
dann außerdem Stiefbrüder Wigfrieds von Verdun oder dessen Schwäger gewesen 
sein. Im ersteren Falle hätte Wigfried von Verdun in seiner Urkunde sie dem¬ 
nach als fratres, im zweiten Falle als seine affines bezeichnen müssen, hätte aber 
keineswegs von consobrini bzw. nepotes177 sprechen können. Ein entscheidender 
Mangel ist zudem auch hier wieder, daß Graf Gerhard, der Bruder Adelheids 
und Adalberts, als direkter Nachkomme Wigerichs und Kunigundes aufgefaßt 
wird und daß er dann in der Luxemburgerin Eva eine Verwandte 6. Grades (kanon. 
Zählung 4 : 2) zur Frau gehabt hätte, ja, daß folglich eine engere verwandt¬ 
schaftliche Bindung als bei Otto und Irmingard von Hammerstein Vorgelegen 
hätte, — eine gerade für die Zeit Heinrichs II. undenkbare Unterstellung. Für 
das Bindeglied — Gerhard vom Elsaß — kann schließlich keine plausible Be¬ 
gründung vorgebracht werden. Diese Einordnung ist pure Hypothese. 
SCHENK ZU SCHWEINSBERG sah 1904 die Zusammenhänge in der auf S. 126 
wiedergegebenen Weise178: 
Dieses Schema ist in vielem unwirklich. Es versucht, sowohl den Übergang der 
Grafschaft Metz von den alten Matfriedingern auf die um die Jahrtausend wende 
lebenden Vorfahren des Hauses Lothringen als auch die Verbindung zu den Egis- 
heimern zu wahren und ebenso — nunmehr zum ersten Male — die Anknüpfung 
an die Familie des Pfalzgrafen Gottfried zu finden. Daß dabei die Herkunfts¬ 
frage für Pfalzgraf (hier Herzog) Gottfried d. Ä. falsch gelöst ist, ergibt sich 
schon aus den Darlegungen unseres Kapitels II. Ebenso können wir auf Grund 
jener Untersuchungen die Bestimmung der in der Vita Adelheids von Vilich nicht 
näher genannten Kinder des Pfalzgrafen als falsch zurückweisen; wir müssen also 
jene (hier um den Grafen Richard von Metz vermehrte)179 Gruppe der aus den 
175 L. Vanderkindere argumentiert, daß Eberhard nicht der Graf des elsässi- 
schen Nordgaues gewesen sein könne, weil jener erst nach 967 verstorben sei, Liutgard 
in ihrer Urkunde von 960 Eberhard aber bereits als verstorben betrauere. Daß zu 
einer solchen Argumentation der Urkundenpassus über die im Gedächtnis zu be¬ 
rücksichtigenden Personen überspitzt interpretiert werden muß und daß folglich 
die gesamte Argumentation hinfällig ist, hat schon H. Renn, Das erste Luxem¬ 
burger Grafenhaus S. 54 ff., dargetan. 
176 Vgl. oben S. 101. 
177 Vgl. oben S. 93. 
178 G. Frh. Schenk zu Schweinsberg, Genealogische Studien S. 363 und 
S. 365. (In unserer Skizze sind beide Tafeln zusammengefaßt). 
179 Oder hat vielleicht Schenk zu Schweinsberg den Grafen Richard von 
Metz mit jenem in den Verduner Urkunden genannten Grafen Richarius identifizie- 
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