Full text: Logik

Die material oder sachlich bedingten mittelbaren Schlüsse 
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Prämissen gesetzten speziellen Sachverhalte von Ganzen und Teilen, welche 
die Bündigkeit der Schlüsse hersteilen und die erst erkannt werden müssen, 
wenn die Folgerichtigkeit solcher Schlüsse ersichtlich werden soll. 
5. Mittelbare Schlüsse auf Grund von Abhängigkeitsrelaitionen. Gelten 
z. B. die beiden Prämissen »M ist die Ursache von P« und »S ist die Ursache 
von M«, so folgt daraus folgerichtig, daß S die mittelbare Ursache von P ist, 
aber nur deshalb, weil das Verhältnis der beiden durch die Prämissen ge¬ 
setzten Kausalrelationen den Schlußfaden von den Prämissen zu der Kon- 
klusio hinüberleitet. Der Schluß ist also material bedingt und kann nur 
durch material-ontologische Erkenntnis als folgerichtig erkannt werden. 
An anderen Beispielen wie etwa an dem Schluß 
M ist die Folge von P. 
M ist der Grund von S. • j • •, i , ■, r.. 
—:-;-:-wird wieder durch den anfänglichen Ver- 
S ist die mittelbare Folge von P. 
dunklungsstoß, den man bei formaler Einstellung erleidet, die Notwendig¬ 
keit spürbar, sich erst die gesetzten Relationssachverhalte in ihrer Eigenart 
klar zu machen und zuzusehen, was aus ihrer Beziehung zueinander not¬ 
wendig über die Relation von S zu P folgt. 
6. Mittelbare Schlüsse auf Grund von intentionalen Relationen. Würde 
man blind gegen die besondere Natur bestimmter intentionaler Relationen 
schließen, so würde sich z. B. folgender Schluß ergeben: »S liebt M, M liebt 
P, folglich liebt S den P«. Dieser Schluß ist nicht folgerichtig, weil die 
Liebesrelation die Überleitung nicht gestattet. Dagegen ist der Schluß »S 
will dem Befehl des M gehorchen, M befiehlt die Erschießung des P, folglich 
will S den P erschießen« folgerichtig, weil die Relation des Willens auf 
den Befehl durch die Relation des Befehls auf die Erschießung zu dieser 
notwendig hinübergeleitet wird. — Ebenso ist ein folgerichtiger Schluß mög¬ 
lich, wenn die Tendenz einer Person S darauf geht, sich mit einer Person 
M total zu einigen, und diese zweite Person sich mit P zu einigen tendiert, 
denn dann geht die Tendenz der Person S notwendig auf Einigung mit P. 
Auch hier wieder nur auf Grund der Beziehung der bestimmten intentio¬ 
nalen Relationen zueinander. 
Der Schluß dagegen »S meint den Begriff M, der Begriff M meint den 
Gegenstand P, folglich meint S den Gegenstand P« wäre wieder nicht folge¬ 
richtig. Denn die Meinung, die sich auf den Begriff bezieht, wird nicht durch 
die Intention dieses Begriffs auf seinen Gegenstand hinübergeleitet. 
Die angeführten Beispiele genügen wohl, um erkennen zu lassen, daß die 
Folgerichtigkeit oder Unfolgerichtigkeit derartiger Schlüsse durch das sach-
	        
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