Full text: Logik

Einleitung 
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Dazu melden sich dann die Hoffnungen, Wünsche, Befürchtungen, Dank¬ 
sagungen, Empfehlungen und Anpreisungen. Es drängen herzu die mannig¬ 
fachen Bitten, Ratschläge, Warnungen, Mahnungen, Erlaubnisse, Ver¬ 
sprechen und Einladungen. 
Im Gebiete der Willenssetzungen bieten sich uns weiter die Gedanken¬ 
gebilde der Absichten, Vorsätze, Entschlüsse, Willenserklärungen, Vor¬ 
schläge, Anträge, Beschlüsse, Projekte und Pläne dar. Und schließlich ist 
noch die große Gruppe der Gedankengebilde imperativen Charakters zu be¬ 
achten, in der wir die Aufrufe, Aufforderungen, Verordnungen, Vorschrif¬ 
ten, Verfügungen, Gebote, Verbote, Befehle und Gesetze unterscheiden. 
Stellen wir uns dieser Gedankenwelt in genügender innerer Distanz 
gegenüber, so daß wir die ganze Fülle der in ihr enthaltenen Gebilde über¬ 
blicken, so können wir zunächst leicht feststellen, daß es hier überall längere 
oder kürzere, einfachere und kompliziertere Gedanken gibt. Dann sehen wir 
unter ihnen klare und geordnete oder mehr oder minder unklare und wirre 
Gebilde. Wichtiger aber für eine Wissenschaft von den Gedanken ist die 
Feststellung, daß es unter den Gedanken vollständige, fertige, ganze, unver- 
stümmelte und andererseits unvollständige, unfertige, halbe und verstüm¬ 
melte Gedanken gibt. Denn dies deutet schon auf eine bestimmte Gesetz¬ 
mäßigkeit hin, nach welcher bestimmte Gedanken eine bestimmte Menge 
von Elementen in bestimmtem Aufbau enthalten müssen, wenn sie ganze 
Gedanken sein sollen. 
Wenn wir weiter erkennen, daß es neben den sinnvollen Gedanken auch 
sinnlose oder unsinnige Gedanken gibt, so offenbart sich darin wieder eine 
bestimmte Gesetzmäßigkeit, insofern nur bestimmte Gedankenelemente in 
bestimmtem Aufbau sinnvolle Gedanken ergeben können. Wir sehen weiter, 
daß bestimmte Gedanken, weil sie gerade diese bestimmte innere Zusammen¬ 
setzung haben, notwendig mit einem inneren Widerspruch geladen sind, wäh¬ 
rend andere auf Grund ihrer andersartigen Zusammensetzung innerlich 
widerspruchsfrei sind. Achten wir dann weiter auf die Zusammenhänge der 
Gedanken, so zeigt sich uns die merkwürdige und logisch wichtige Tatsache, 
daß die Gedanken, ganz gleichgültig, wie sie von irgendwelchen denkenden 
Wesen in einen Zusammenhang gebracht worden sind, an sich entweder in 
einem Zusammenhang stehen oder ganz zusammenhangslos sind, und daß 
manche Gedanken direkt miteinander in IViderspruch stehen. Besondere Her¬ 
vorhebung verdienen noch die Gültigkeits- und die Begründungszusammen¬ 
hänge, die ebenfalls gänzlich unabhängig davon sind, ob irgendein denken¬ 
des Subjekt bestimmte Gedanken in einen Gültigkeits- oder in einen Be¬
	        

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