Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

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Das edelste und zierlichste Beispiel: der 
Hof von Pal. Bevilacqua (§41), nach meiner 
Vermutung von Gaspero Nadi, welcher 1483 
das Motiv des Erdgeschosses fast genau 
wiederholte an der Halle bei S. Giacomo. 
Von Klosterhöfen: der bei S. Martino mag- 
giore. 
In Ferrara: Fragment des Hof baues an Pal. 
della Scrofa. 
Die Pilasterordnungen wurden einstweilen 
für die Kirchen verspart, hier aber nicht selten 
von Stein aufgesetzt. 
Über die Komposition der Kirchenfassaden § 70. Bramante in den 
ihm zugeschriebenen mailändischen Bauten schwankt: am Äußern von 
S. Satiro die schöne und ziemlich strenge korinthische Pilasterord¬ 
nung rein in Backstein (?); am Chorbau alle Grazie sind Pilaster, Wand¬ 
kandelaber, Gesimse und Medaillons von Stein aufgesetzt; am Vor¬ 
hof von S. Maria presso S. Celso, einer klassisch reinen Backstein¬ 
halle, die Halbsäulen doch von Stein, ihre Kapitelle von Erz. 
Durchgeführte ganze Kirchenbauten in reichern Backsteinformen: 
die Kartause S. Cristoforo zu Ferrara (Lübke, Gesch. der Architektur, 
5. Aufl., Bd. II, S. 696 f.), die phantastisch zierliche Rundkirche S. 
Maria della Croce zu Crema (ibid. S. 690 bis 692) usw. 
Fig. 10 Hof im Pal. 
Bevilacqua zu Bologna 
§ 47 
Die Formen des Innern 
Von dem Innern antiker Gebäude war, als die Studien der Florentiner 
begannen, zwar sehr viel mehr als jetzt, doch außer dem Pantheon kaum 
mehr ein unverletztes Beispiel erhalten, und ohnehin war die antike 
Innenbaukunst wesentlich eine nach innen gewandte Außenbaukunst ge¬ 
wesen. Den einzigen sehr wesentlichen Einfluß mußten jetzt die antiken 
Gewölbe üben. 
Vgl. Bd. »Kultur der Renaissance« dieser Ausgabe, S. 120, über die 
Erhaltung der Thermen. 
Für Gesims- und Pilasterbildung des Innern, für Wandeinteilung 
u. dgl. war das Pantheon in seinem damaligen Bestände bei weitem die 
Haupturkunde. Für die Tonnengewölbe kam die bessere Erhaltung 
des Venus- und Romatempels in Betracht. 
Die größte konstruktive Aufgabe nimmt Brunellesco mit seiner flo- 
rentinischen Domkuppel gleich vorweg; neben dieser scheint alles An¬ 
dere leicht und kommt nur als teurere oder wohlfeilere, dauerhaftere
	        

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