Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

ders weißem Marmor, Porphyr und Serpentin fort, welches schon aus 
der urchristlichen Zeit auf die Cosmaten übergegangen war. - Mosaik 
Martins V. (nach 1419) im Mittelschiff des Laterans, eine der ersten 
Arbeiten des vom Schisma befreiten Papsttums; Vitae Papar., Mu¬ 
rat. III, II, Col. 858; - Nikolaus V. (seit 1447) wollte für seinen Neu¬ 
bau von S. Peter ganz dasselbe; ibid. Col. 935.- Boden der Sixtinischen 
Kapelle, der vatikanischen Stanzen, der Grabkapelle des Kardinals von 
Portugal in S. Miniato bei Florenz, der Kapelle im Pal. Medici (Ric- 
cardi) ebenda. 
Alberti, de re aedificatoria L. VII, c. 10 verlangt im pavimentum am 
ehesten »Linien und Figuren, welche sich auf Musik und Geometrie 
beziehen«. 
Figurierte und zwar erzählende Mosaiken, aus Marmor von verschie¬ 
denen Tönen, hat beinahe nur der Dom von Siena, dieser aber in grö߬ 
ter Masse und aus zwei Jahrhunderten, 1369 bis um 1550. Uber die¬ 
ses Unikum vgl. Milanesi I,p. 176 s., II,p. ui s., 265 s., 377, 473 etc. 
Vasari I, p. 176, Introdufione; X, p. 186 ss., v. di Beccafumi. 
Die ästhetische Frage, wie ein Marmorboden von einfacher Kon¬ 
figuration aus Platten von zwei oder drei Farben in Harmonie mit 
einem großen Bau zu komponieren sei, wurde besonders durch den¬ 
jenigen des Domes von Florenz beantwortet; - Vasari VIII, p. 128 ss., 
Kommentar zu v. di Cronaca, welcher seit 1499 hauptsächlich mit den 
Chorkapellen und zwar hier mit einem reicher bewegten Motiv be¬ 
gann; - IX, p. 227, v. di Baccio d'Agnolo, welcher dann die Hauptsache 
getan zu haben scheint. Das Entscheidende war, daß man sich fortan 
von allen Teppichmotiven gänzlich emanzipierte, die noch in jenen 
römischen Mosaiken kenntlich sind; es handelt sich jetzt nur noch um 
Linien, welche das Auge richtig leiten und um Massen, welche den 
einzelnen Teilen des Raumes richtig entsprechen. 
Daß das Bodendessin, wenn eine reicher verzierte Flachdecke vor¬ 
handen ist, dem Deckendessin entsprechen müsse, wird seit der Lau- 
renziana (§ 158) als etwas sich von selbst Verstehendes angenommen, 
z. B. bei Armenini, de’ veri precetti etc., p. 159. Laut Vasari X, p. 274, 
v. di Tribolo, könnte es scheinen, als ob die Idee letzterem angehört 
hätte, allein wenn Michelangelo die Decke entwarf, so sorgte er wahr¬ 
scheinlich auch für den Fußboden. 
Der letztere besteht aus einer Zeichnung in weißem und rotem Back¬ 
stein, welche damals und später in nichtkirchlichen Gebäuden häufig 
vorkam und eine schöne Wirkung gestattet. Vasari I, p. 177, Introdu- 
vfione. 
In buntglasierten Bodenplättchen hatte das Mittelalter schon das 
Mögliche geleistet. Die wenigen erhaltenen Beispiele aus der Renais¬ 
sance, die dem Verfasser bekannt sind, zu Bologna, in S. Giacomo mag- 
giore (Cap. Bentivoglio) und in S. Petronio (j. Kap. links). Im 15. Jahr¬ 
hundert ist das Dessin meist noch etwas reliefiert; so war es in der 
(nicht mehr vorhandenen) Sakristei von S. Elena zu Venedig 1479, wo
	        

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