Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

Geistvoll angeordnete Säulenhöfe namentlich auch in Bologna (§ 93; 
aus dieser spätem Zeit u. a. Pal. Zucchini), - in Florenz (Pal. non fini- 
to); - in Genua: die meisten Paläste des sinkenden 16. Jahrhunderts, 
vorzugsweise mit gekuppelten Säulen an Höfen und Treppen. 
Von Pfeilerhöfen der Paläste ist viel weniger Gutes zu sagen; der 
kolossale Hof des Pal. Pitti in Florenz mit seiner Rusticahalle in drei 
Stockwerken, von Ammanati, reicht als Kunstwerk bei weitem nicht 
an Pellegrinis erzbischöflichen Palast in Mailand. 
Mit der Zeit aber werden die Höfe gleichgültiger behandelt und der 
Aufwand überhaupt mehr auf große Dimensionen als auf feinere künst¬ 
lerische Durchbildung gewandt. 
Die Korridore, jetzt hoch, weit und durchgängig gewölbt, behaupten 
ihre meist einfachen Pilasterordnungen. - Im Innern bleibt wesentlich die 
frühere Disposition herrschend, nur dem großem Maßstab angepaßt. 
Einige Veränderungen brachte der Hoch- und Weitbau des Vesti¬ 
büls mit sich. Von den neuen Räumen ist nur etwa die »Galeria« 
zu erwähnen, ein langer und verhältnismäßig schmaler Saal, nach 
Scamozzis Aussage aus dem Norden importiert. 
XII. Kapitel 
SPITÄLER, FESTUNGSBAUTEN UND BRÜCKEN 
§ 107 
Spitäler, Gasthöfe und Vergnügungshauten 
Spitäler und andere Bauten öffentlicher Mildtätigkeit, welches auch 
ihre innere Einrichtung sei, öffnen sich nach außen in einer großen Halle, 
als Sinnbild des einladenden Empfanges und als Warteort, mit einem 
geschlossenen Oberbau. 
Alherti de re aedific. L. V, c. 8 gibt nur die umständlichen Requisite, 
aber nicht die Kunstform der Spitäler. 
Brunellescos schöne Halle der Innocenti in Florenz, welche auch die 
Kirche des Findelhauses verdeckt. 
Seine Spitalhalle auf Piazza S. Maria novella. 
Ospedale del Ceppo zu Pistoja, mit dem Friese farbiger Reliefs über 
der Halle. 
Porticus der Putte di Baracano zu Bologna. 
Bei den Bädern von Viterbo ließ Nikolaus V. (1447-1455) mehrere 
Kurgebäude aufführen, von »fürstlicher« Bequemlichkeit und Schön¬ 
heit. Vitae Paparum, bei Murat. III, II, Col. 929. Von der Form wird 
nichts gemeldet.
	        

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