Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

S. Giustina in Padua, mit seinen fünf Höfen, hatte einst mit seinen 
Gärten, Wiesen und Fischereien eine Miglie Umfang; ganz von Mauern 
und Wasser umgeben, mehr castrum als claustrum zu nennen; M. Sa- 
vonarola, bei Murat. XXIV, Col. 1143. - 
Gewaltig groß: S. Severino zu Neapel; S. Ambrogio zu Mailand; 
Monte Cassino (mit imposantem Atrium) usw. 
Sehr vollständig: die Certosen bei Pavia und bei Florenz, letztere 
mit Ausnahme der Kirche fast ganz Renaissance; der Grundriß bei 
Grandjean und Famin, archit. toscane, willkürlich verändert. 
Von den 1529 zerstörten Klöstern bei Florenz begeisterte Schilde¬ 
rungen bei Vasari VI, p. 33 xn, v. di Perugino (das Kloster der kunst¬ 
liebenden Jesuaten, § 269, mit einem Durchblick durch alle Hallen bis 
in den Garten), und bei Varchi, stör, fiorent. III,p. 86 (Kloster S. Gallo). 
Bibliotheken, Refektorien und Haupttreppen sind nicht selten im 
17. Jahrhundert dem Kolossalgeschmack des Barockstils zuhebe um¬ 
gebaut worden. 
§ 86 
Bischofshöfe und Universitäten 
Von bischöflichen Residenzen, die sich wohl einigermaßen den klöster¬ 
lichen Anlagen nähern mochten, ist aus dem 15. Jahrhundert wenig, aus 
dem 16. einiges Treffliche erhalten. 
Die von Padua, 1445 vom Bischof Pietro Donato erbaut, übertraf 
sogar die damaligen päpstlichen Wohnungen; sie enthielt zwei sehr 
große Säle, zwei Kapellen, eine Menge reicher Zimmer, große Vor¬ 
ratsräume, Ställe für fünfzig Pferde, einen prächtigen Garten; Savo- 
narola, l. c. Col. 1171. 
Der Bischofshof zu Pienza vielleicht normal für jene Zeit? 
Im erzbischöflichen Palast zu Pisa die Hofhalle in der Art von Bru- 
nellescos Klosterhallen, nur in großem Verhältnissen und weißem Mar¬ 
mor. (Ende 15. Jahrhundert.) Am Vescovato zu Vicenza eine zierliche 
Halle vom Jahre 1494. 
Aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts das einfach gute Vesco¬ 
vato zu Pavia. 
Aus der Zeit von 15 40 bis 15 80 die Arcivescovati zu Mailand und 
Bologna, von Pellegrini, - und zu Florenz, von Gio. Ant. Dosio; er- 
steres düster, imposant (§ 56), letzteres mit geistreicher Hofanlage. 
Von den weltlichen Palästen unterscheiden sich solche Gebäude auch 
außen durch eine kenntliche, aber schwer zu bestimmende Nuance. Die 
Büros um den Hof herum geben ihnen zum Teil einen Charakter von 
Verwaltungsgebäuden. 
Ebenso nähern sich dem Kloster die Baulichkeiten von Schulen und 
Universitäten, indem sowohl Konvikte als Komplexe von Hörsälen sich 
am besten um einen Hallenhof gruppierten.
	        

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