Full text: Die Baukunst der Renaissance in Italien

großen Bogen. Den Fassaden ist diese Anlage günstiger als die Ba¬ 
silika, wegen Breite des Mittelschiffes. 
Einige große Baumeister haben auch diesem bescheidenen Typus einen 
unvergänglichen Wert verliehen. 
Giul. da Sangallo: S. M. Maddalena de’ Pazzi in Florenz, etwa 1470 
bis 1480. 
Cronaca um 1500: S. Francesco al monte ebenda, »la bella villanella«. 
- Heißt auch S. Salvatore del monte. 
Jacopo Sansovino: S. Marcello in Rom und später, vielleicht unter 
dem Einfluß eines Pedanten (§ 57), S. Francesco della Vigna in Ve¬ 
nedig, 1534. 
Ant. Sangallo d. j.: S. Spirito in Rom (§73). 
In Neapel ist dies die vorherrschende Kirchenform der guten Zeit: 
Kirche Monteoliveto usw.; - in S. M. delle Grazie, von Desanctis um 
1530, triumphbogenartige Kapelleneingänge. - In Neapel die Kas¬ 
setten der Flachdecke durchgängig durch größere Felder mit Malereien 
auf Tuchflächen verdrängt. 
§ 76 
Einschiffige Gewölbekirchen 
Einschiffige Gewölbekirchen mit Kapellenreihen erreichen im 15. Jahr¬ 
hundert selten eine genügende Ausbildung, werden aber um die Mitte des 
16. Jahrhunderts in einer glücklichen Umgestaltung zum vorherrschen¬ 
den und bald in der ganzen katholischen Welt gültigen Typus. 
Alles hing hier von den Schicksalen des Gewölbes ab. Das reine Ton¬ 
nengewölbe, welches eigentlich nur dann schön ist, wenn es als dunk¬ 
ler Durchgang zwischen zwei lichten Räumen wirkt (siehe die Halle 
in Raffaels Schule von Athen), bleibt entweder zu dunkel, oder es er¬ 
hält ein fatales Unterlicht. Brunellescos Badia bei Fiesoie, mit Tonnen¬ 
gewölbe über Haupt- und Querschiff und kuppeligem Gewölbe über 
der Kreuzung gibt als Bau der höchsten Einfachheit keinen Maßstab; 
selbst die Kapellen öffnen sich einzeln gegen das Schiff, ohne einfas¬ 
sende Ordnung. Vgl. § 81. 
Albertis Langhaus von S. Andrea in Mantua, d’Agincourt, T. 5 2, 
mit kassettiertem Tonnengewölbe von 53 Fuß Diameter und 95 Fuß 
Höhe, über je 3 durch Mauermassen geschiedenen Kapellen, die durch 
reiche Pilaster eingefaßt sind. Die bemalte Kassettierung scheint gleich¬ 
zeitig; das Hauptschiff zwar dunkel; aber mächtig wirkend der Licht¬ 
einfall durch die (neuere) Kuppel. 
S. Giorgio in Verona, von Sanmicheli. 
Kreuzgewölbe, welche Oberfenster gestatteten (§ 48), bei Pintelli, 
welcher in S. Pietro in Montorio zu Rom (1500) auf je eine Abteilung
	        

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