Erlebnis und Geschehnis
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3. Erlebnis und Geschehnis
Ich will — und es geschieht.
Was kann nun alles „geschehen“ im Gefolge meines
Wollens? Was alles also kann mit ausdrücklicher Be¬
ziehung auf meinen bewußten Willen von dem „un¬
bewußten“ seelenartigen Yitalfaktor meines Leibes „ge¬
macht“ werden?
Vieles „macht“ er sicherlich, ohne zu „meinem“ Willen
überhaupt irgendwie in Beziehung zu stehen.
Meinen Leib zum Beispiel hat er, als dieser sich aus
dem Ei im Leib meiner Mutter entwickelte, ohne Bezug
auf „mein“ Wissen und Wollen gemacht. Und alle meine
Verdauungs- und Ausscheidungsvorgänge kann er ohne
Bezug auf mein Wissen und Wollen leisten, ebenso die
Heilung von Wunden, wenn mein Leib verletzt ward.
a) Die Arten der Verknüpfung zwischen beiden
Zählen wir nun einmal das alles auf, was an meinem
Leibe in Verbindung mit meinen bewußten Erlebnissen
und insbesondere meinem Wollen geschehen kann, wobei,
wie wir wissen, die Worte „in Verbindung mit“ keines¬
wegs bedeuten dürfen, daß Ich in bewußter Weise diese
Geschehnisse bewerkstellige. Was wir sagen wollen, ist
nur dieses: sie geschehen stets, nachdem ich ein be¬
stimmtes Erlebnis in bewußter Form gehabt habe. Wir
wollen dabei, wie unsere Worte schon andeuteten, unsere
Aufgabe recht weit fassen: alles, was überhaupt „in Ver¬
bindung mit“ einem bestimmten bewußten Erlebnis ge¬
schieht, wollen wir aufzählen, also den Rahmen des eigent¬
lichen bewußten „Wollens“ im engeren Sinne überschreiten.
Wir werden also auch immer zu sagen haben, was für ein
bestimmtes Erlebnis jeweils der Leistung des Vitalfaktors
meines Leibes, allemal in fester Zuordnung, vorangeht.
Das erste, was hier in Frage kommt, sind nun die Vor¬
gänge der Gehirn- und Nervenerregung und der Zusam¬
menziehung der Muskeln meiner Gliedmaßen, welche, wie