Full text: Der Mensch und die Welt

Das ,,Jenseits“ und der Tod 
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alle Iche kamen und in das alle Iche wieder zurückkehren 
werden unter Erlöschen ihrer persönlichen Ichheit. Frei¬ 
lich ist auch noch ein Mittelding denkbar: ein Überich, 
aus dem alle Iche kamen, und in das alle Iche wieder ver¬ 
sinken, aber unter für uns rätselhafter Bewahrung ihrer 
Person in der Uberperson. 
Müssen wir angesichts des grundsätzlich Geheimnis¬ 
vollen, dem wir hier gegenüberstehen, doch mit ganz un¬ 
bestimmt vielen Möglichkeiten rechnen, zum Beispiel 
auch damit, daß es eine Seinsform des Wirklichen gäbe, 
welche nicht zeitlich ist, sondern über einen uns gänzlich 
unbekannten Rahmen von Beziehungen für das Mannig¬ 
faltige, das sie in sich birgt, verfügt. 
Das „Jenseits“ ist ja doch gleichsam eine zweite 
Existenzform des Wirklichen neben derjenigen seiner 
Existenzformen, welche „Iche“ als ihre „Welt“ in Er¬ 
scheinungsform erleben. Der Tod aber bedeutet den Über¬ 
tritt aus einer Existenzform der Welt in die andere — und 
dasselbe bedeutet in umgekehrtem Sinne die „Geburt“. 
Der sogenannte Spiritismus ist heute noch nicht eine 
wissenschaftlich gesicherte Lehre. Aber es gibt immerhin 
manche Erfahrungsergebnisse, die sich am besten, das 
heißt am wenigsten gezwungen und gekünstelt, auf seiner 
Grundlage erklären lassen. Wenn wir nämlich auch von 
allem sogenannten „Spuk“ und allen sogenannten „Phan¬ 
tomen“ hier absehen, als von Dingen, die wohl noch nicht 
hinreichend geklärt sind, ob schon sie sicherlich sehr 
ernsthafter Untersuchung und Erwägung bedürfen, so 
gibt es doch bereits unter den rein seelischen Tatsachen 
der sogenannten Parapsychologie manche Dinge, welche 
die spiritistische Lehre, die ja logisch ohne jede Wider¬ 
sprüche in sich, also durchaus „möglich“ ist, zum mindesten 
als diskutabel erscheinen lassen. Hierzu zähle ich vor allem 
die Tatsache, daß die übernormale Aussagefähigkeit der 
sogenannten Medien so außerordentlich fest umgrenzt 
und beschränkt ist, daß sie aber zugleich auswählend 
und personifizierend ist: Was ein Medium aussagt, 
betrifft so häufig Dinge, welche es auf normalen Wegen
	        

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