Full text: Der Mensch und die Welt

B. DIE BESCHAFFENHEIT DER WELT 
I. Das Unbelebte und das Lebendige 
Nachdem wir die Art und Weise kennengelernt haben, 
in welcher der Mensch die Welt erfaßt und erkennt, 
müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie diese Welt 
beschaffen ist1). Erst dann kann das große Problem, 
wie denn der Mensch zur Welt stehe — und stehen „solle“ 
— gewinnbringend erörtert werden. 
Wir wissen schon, daß er die Welt nur zu einem kleinen 
Teil so erfaßt, wie sie „wirklich ist“ — vorausgesetzt, daß 
überhaupt der Begriff des Wirklichen, des Ansichseins als 
sinnvoll zugelassen und daß die „Rationalität“ dieses 
Wirklichen (S. 34 f.) angenommen worden ist. Er kennt 
unter dieser Voraussetzung einiges über ihre Mannig¬ 
faltigkeit in rein formaler Weise, und er weiß, daß das 
Wissen, das Seelische oder Geistige, oder wie wir es nennen 
mögen, eine Seite ihrer wahren Beschaffenheit ausmacht. 
Im übrigen kennt er sie in der Form der Erscheinung. 
Die Physik und die Chemie suchen nun zunächst das 
im engsten Sinne Erscheinungsmäßige an der Erscheinung 
möglichst hinauszubringen. An die Stelle der Farben, 
Töne usw. als „sekundärer Eigenschaften“ setzen sie Mole¬ 
küle, Elektronen, Protonen, also kurz, im philosophischen 
Sinne des Wortes, nicht im engeren chemischen Sinne, 
Atome, wie wir kurz sagen wollen. Ja, sie schaffen wohl 
gar diese noch ab und reden nur von „Feldern“ und der 
Verteilung der „Energie“ in ihnen, wobei Energie soviel 
wie Arbeitsfähigkeit bedeutet. Ganz ohne einen Träger 
der Energie, also ohne eine „Substanz“, die man dann in 
*) Hierzu meine Wirklichkeitslehre, 2. Aufl. 1922, sowie die Seite 25 
Anm. genannten kleineren Schriften.
	        
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