Full text: Die Firma Villeroy & Boch Mettlach

änderte Denken und stark beschleunigte Lebenstempo einer 
technisch-ökonomisch orientierten Zeit, wie sie die zweite 
Hälfte des 19. Jahrhunderts darstellt, schufen einen ganz 
anders gearteten Menschen, mit stark differenziertem Ge¬ 
schmack, der in der Fülle des sich Darbietenden beständig 
nach Abwechslung trachtete, den auch das Beste, wenn es den 
Schein des Leuen eingebüsst hatte, langweilte. Den klarsten 
Ausdruck fand diese neue Zeitströmung in der Gestaltung 
der Mode, die mehr und mehr,-so forderte es der schnelllebi 
.ge Mensch des wohlhabenden ersten Maschinenzeital toro der 
deutschen Virtschaft*ebenso wie das Interesse des Produzen- 
* 
ten-, von einer individuellen Bestimmung seitens des Konsu¬ 
menten in eine Typisierung durch den Produzenten überging. 
Mannigfachste Erzeugnisse seiner Produktion musste er in 
reicher Fülle dem Auge dos verwöhnten Konsumenten durbioton 
der nicht mehr,wie ehedem, in strenger Sparsamkeit und 
Einfachheit seinen notwendigsten Bedarf befriedigte, soi^dor 
bis^in die untersten Volksschichten hinab mehr und mehr 
differenzierte Luxusbedürfnisse offenbarte. Ihnen musste 
natürlich in erster Linie das Kunstgewerbe und so auch die 
Keramik Rechnung tragen, wennanders sie ihre Position in 
der Zukunf t behaupten wollte. Erst gegenwärt.ig beginnen 
wir, diese ruhelos und planlos neuerangssüchtige Zeit, die 
das Neue dem Guten vorzog, mit ihren mannigfachen Auswüch-- 
een zu überwinden. 
Neue ErzeugungsmÖgllchkeiten böte., ferner die gleich 
falls um die Mitte des Jahrhunderts nach Massgabe des wis¬ 
senschaftlichen Fortschrittes und der steigenden Nohlhaben- 
hoit sich erfreulich hebenden hygienischen Anschauungen, 
die sich vor“ allen Dingen in einer grosszügigen Grossotadt- 
hygiene ausserten und zunächst öffentliche Bauten, 
wie
	        
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