Full text: Unter den Brücken der Metaphysik

DER AUTOR; 
DER LESER.' 
DER autor: 
DER LESER: 
DER autor: 
DER LESER: 
DER autor: 
DER LESER: 
DER AUTOR: 
DER LESER: 
DER autor: 
DER LESER: 
Sie selber existieren also? 
Ganz gewiß. Ich lese, also bin ich. 
Ach, wenn Theodor doch lesen könnte, was er sagt! 
Unterschieben Sie mir nicht etwas, was ich nicht ge¬ 
sagt habe. Ich existiere nicht allein. Jeder Leser hat 
seinen Autor. 
Danach gibt es also immer einen Leser und einen 
Autor. Und dann Theodor, der nicht existiert. 
Ja, von den dreien ist er der, der nicht existiert. 
Somit: Sie und ich, wir existieren? 
Sie existieren also auch? 
Soll ich's Ihnen gestehen? Ich bin der Autor des 
Romans. 
Ich ahnte sowas. 
Und wir verständigen uns alle beide über diesen nicht¬ 
existierenden Theodor, Sie als Leser und ich als Autor. 
Ist das nicht richtig? 
Lassen Sie mich darüber nachdenken! 
V 
Was du im Traum sagen hörst: jemand muß es gesagt haben 
DER 
DER 
DER 
DER 
DER 
DER 
DER 
DER 
DER 
autor: Sie machen den Eindruck, als ob Sie etwas beschäftigt. 
leser: Theodor ist mir heute nacht erschienen. 
autor: Und was hat er Ihnen gesagt? 
leser: Niemand hat gesprochen. Ich war ganz allein in meinem 
Bett. 
autor: Und was beschäftigt Sie dann? 
leser: Ich habe Theodor sprechen hören. 
autor: Sie haben eben geträumt. 
leser: Natürlich. Aber wer hat denn die Worte gesprochen, 
die ich in meinem Traum gehört habe? 
autor: Das frage ich mich auch. 
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