Full text: Unter den Brücken der Metaphysik

III 
Romane schreiben, ist nicht das gleiche wie im Traum reden 
der autor: Sie wollen nicht mit mir diskutieren? 
der leser: Sie wissen genau, warum. 
der autor : Sagen Sie es trotzdem! 
der leser: Sie halten Ihre Versprechen nicht. 
der autor: Was hatte ich denn versprochen? 
der leser: Sie erinnern sich schon nicht mehr daran. Nie abzu¬ 
streiten, was Sie gesagt hatten. 
der autor: Und was habe ich abgestritten? 
der leser: Ihre schrecklichen Sachen von neulich nachts. 
der autor: Aber Sie hatten doch geträumt. 
der leser: Beweisen Sie mir, daß ich jetzt, wo ich Ihnen zuhöre, 
nicht träume! 
der autor: Ich wüßte nicht wie. Aber sagen Sie mal, passiert es 
Ihnen nie, daß Sie im Traum reden? 
der leser: Doch, manchmal schon. Hören Sie, kürzlich habe ich 
nachts ganz deutlich gesagt: machen Sie, daß Sie hier 
rauskommen! 
der autor: Diese Worte waren an mich gerichtet? 
der leser: Ja, Sie hatten schreckliche Sachen gesagt. 
der autor: Und Sie haben diese Worte tatsächlich ausgesprochen? 
der leser: Ganz gewiß, Eulalie hat sie mir morgens beim Früh¬ 
stück wiederholt. Aber worauf wollen Sie hinaus? 
der autor: Darauf, daß nicht alles in einem Traum geträumt ist. 
der leser: Wollen Sie etwa behaupten, daß die schrecklichen Sachen 
wirklich gesagt wurden? 
der autor: Das frage ich Sie. 
der leser: Jedenfalls nicht von mir. Ich wäre dessen nicht fähig. 
der autor: Das ist vielleicht der Grund dafür, daß Sie sie mir in 
den Mund gelegt haben. Aber reden wir von etwas 
anderem. Zum Beispiel von dem Roman, den Sie damals 
nachts angefangen haben. 
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