Full text: Philosophische Forschungswege

Die Verwirrung in betreff des Begriffes „Geist“. 
Bl 
das ist Ergebnis meines Ordnungsgeschäftes in Hin¬ 
sicht auf mein gegenständliches Etwas. 
Metaphysisch endlich „sind“ dann nur noch Grün er¬ 
lebende Subjektpunkte, aber keine grünen Bäume. 
7. Die Verwirrung in betreff des Begriffes 
„Geist“. 
Eine außerordentliche Verwirrung herrscht in der deut¬ 
schen Philosophie hinsichtlich der Verwendung des Wortes 
„Geist“. 
Ich selbst verwende es, wenn überhaupt, lediglich zur 
Bezeichnung gewisser seelischer Subjekte, und zwar 
bezeichne ich gelegentlich gewisse sehr hochstufige solcher 
Subjekte als „Geister“, so daß mir also Geist eine Spezies 
des Genus personale Seele ist. Die menschlichen Seelen 
sind in diesem Sinne Geister; gewisse Tierseelen kommen 
den Geistern nahe; es mag höhere Geisterformen als die 
menschlichen geben, und man mag auch hypothetisch 
von „überpersönlichen“ Geistern reden. Die Hauptsache 
ist stets, daß ein seelisches Subjekt, ein seelischer Be¬ 
sitzer oder Aktor, also, wenn man so will, eine „Person“, 
die mit Menschen verglichen auch eine Überperson sein 
mag, in Frage steht. 
a) Die Verwirrung im allgemeinen. 
Es wird aber als „Geist“ auch eine seltsame, wenig 
klare Angelegenheit bezeichnet. Man redet von einem 
„Reich“ des logisch Bedeutungshaften, des „Sinnes“, 
nennt dieses (schon als „Reich des Sinnes“ sehr zweifel¬ 
hafte) Etwas „Geist“ und läßt den Geist in diesem Sinne 
von den Menschensubjekten erfaßt oder „erkannt“ wer¬ 
den. Es ist völlig dunkel, was das „Sein“ des Geistes als 
Driesch, Philosophische Forschungswege. 6
	        
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