Full text: Philosophische Forschungswege

Verstöße gegen formale Logik. 
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mus, indem ein „falscher“ Modus beim Schließen an¬ 
gewendet wird, und zwar im Rahmen der zweiten aristot- 
lischen Figur, nämlich dieser: 
Alle A sind C. 
Alle B sind C. 
Ergo: Alle B sind A. 
Und das oft vorkommende Beispiel: 
Alle mechanischen Vorgänge sind eindeutig be¬ 
stimmt. 
Alle Lebensvorgänge sind eindeutig be¬ 
stimmt, 
Ergo: Alle Lebensvorgänge sind mechanische Vorgänge. 
Hier übersieht man die alte Regel: In secunda una 
negans esto! Bedenklich ist das vornehmlich mit Rück¬ 
sicht auf unsere Ansicht über die — Schule! Ein bißchen 
weniger Sprachen und Literatur und wenigstens ein kleines 
Quantum „Logik“ wäre wohl besser gewesen! 
Ich pflege meinen Zuhörern die große Wichtigkeit der 
formalen Syllogistik für die Kontrolle der tatsächlichen 
Denkergebnisse, natürlich nicht für das erfinderische 
Denken, stets an folgendem „Beispiel“ klarzumachen: 
Alle Fische atmen durch Kiemen. 
Einige Wirbeltiere atmen durch Kiemen. 
Ergo: ? 
Und als Antwort ertönt dann: „Einige Wirbeltiere sind 
Fische.“ 
Gewiß, sage ich, Sie haben ja in der Tat ganz recht: 
Einige Wirbeltiere sind Fische. Aber „folgte“ das als 
Schluß aus den Prämissen? Hier ein anderes Beispiel: 
Alle Krebse atmen durch Kiemen. 
Einige Wirbeltiere atmen durch Kiemen. 
Ergo: ?
	        

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