Full text: Philosophische Forschungswege

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Metaphysische Ratschläge und Warnungen. 
gen, die fühlende, die religiöse, die tätige, und was 
sonst noch. 
Als ob die eigentliche Wissenseinstellung nicht un¬ 
ausweichlich zum Wesen des Menschen gehörte, mag 
das Vermögen zu ihr auch bei dem einen schwächer, bei 
dem andern stärker vorhanden sein. Ganz fehlt sie nie 
— ein Mensch ohne sie wäre keinen Tag lang existenz¬ 
fähig. „Gefühle“ aber, als ideae confusae im Sinne von 
Leibniz, sind als Erkenntnis mittel oder -Werkzeuge 
von sehr bedenklicher Art, sie sind vielmehr nur Unter¬ 
suchungsgegenstand für das klare ordnungshafte 
Erfassen, welches allein das wahre Wissens Werkzeug ist. 
Die Wissenseinstellung selbst aber ist bei allen grund¬ 
sätzlich vom gleichen Urtypus, nämlich den Sätzen der 
Urordnungslehre untertan, d. h. den Prinzipien von „for¬ 
maler“ Logik, Relationslehre und Mathematik. Ja auch 
die einzelnen Bezirke des Empirischen fordern von sich 
aus eindeutig ganz bestimmte Ordnungsformen der Be¬ 
handlung. Auch hier keine „Willkürlichkeit“, keine 
„Standpunkte“. Das Organische z. B. kann nicht auto¬ 
nom „und auch“ mechanistisch betrachtet werden, je 
nach dem „Standpunkt“. 
Es ist nichts als eine Schwäche des Menschen, wenn 
er die Ordnungsform eines Gebietes, das ihn besonders 
anzieht und das er besonders gut kennt, nun postulato- 
risch auf andere, ja vielleicht auf „Alles“ überträgt. 
Leisegang hat das in seinen ausgezeichneten „Denk¬ 
formen“ klargestellt. Nicht soll es sich da um verschie¬ 
dene „Logiken“ im Sinne der Urprinzipien handeln, 
sondern er sagt ganz deutlich dieses: „Die Erfassung eines 
Wirklichkeitsbereiches, der für den eigentlichen und allein 
metaphysisch bedeutsamen gehalten wird, geht dem 
logischen Denken voraus, das sich an ihm ausbildet, um
	        

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